Auf gehts in eine andere Welt
Nach einem beinahe- Nervenzusammenbruch am Sonntagabend (mein Koffer wollte einfach nicht leichter als 28kg werden, obwohl ich schon auf so einige Lieblingsschuhe und viel unnötigem Kram, der für mich aber fast lebenswichtig ist, verzichtet habe) gings dann am Montag um halb 10 Richtung Frankfurt. Mein Schnapszahlgeburtstag blieb deshalb auch fast auf der Strecke und über den selbstgebackenen Kuchen von den Mädels konnte ich mich zwar freuen aber runterbekommen habe ich nicht viel vor lauter Aufregung und Nervosität.
Der Abschied fiel ganz schön schwer, bye bye Bad Wünnenberg und alles was dazu gehört und Ni Hao fremde Welt.
Am Flughafen angekommen lief zum Glück alles reibungslos ab. Kein Mensch hat sich über mein (Über-?) Gepäck beschwert und ich wurde sogar gefragt ob ich nicht noch ein Gepäckstück dabei hätte. Ich glaub da ist was schief gelaufen beim Nachlesen wieviel ich genau mitnehmen durfte.
Irgendwann saß ich dann da, inmitten von Asiaten und mir wurde klar, dass ich mich daran wohl ganz schnell gewöhnen muss. Die leichte Panik vorm Abheben wurde erfolgreich durch das ein oder andere Mittelchen verdrängt und die Reise konnte losgehen. 11 lange Stunden saß ich im Flieger, zwischendurch mal ordentlich durchgeschüttelt aufgrund von Turbulenzen und hinter mir ein kleiner Engländer, ders witzig fand am Stuhl des Vordermanns (MEINER!) zu rütteln und zu treten. Dank einiger Filme und kleinen Schläfchen zwischendurch ging die Zeit dann doch recht fix um. Endlich in Shanghai angekommen! Wer mich gut kennt, weiß, dass ich einfach keine Orientierung habe, also immer ment hinter den bekannten Gesichtern aus dem Flugzeug her und ab zur Passkontrolle. Natürlich war alles von bester Ordnung mit dem Visum (danke nochmal an Jan) und ich konnte mein „Köfferchen“ wieder in Empfang nehmen.
Am Ausgang hat auch schon ein Schild mit meinem Namen, samt einem dünnen Chinesen auf mich gewartet. Schnell musste ich feststellen, dass er kein Englisch kann und ich natürlich auch kein Chinesisch (obwohl ich mir fest vorgenommen hatte ein paar Brocken zu lernen… da war die Faulheit mal wieder im Weg). Als ich aus dem Airport rauskam hat mich fast der Schlag getroffen, es war 8 Uhr morgens und schon über 30 Grad mit ner Luft zum Schneiden! 3 Std Autofahrt, mit kleinen Raucherpausen oder Nickerchen des Fahrers (er musste ja extra früh aufstehen um mich abzuholen, Erklärung natürlich durch Zeichensprache) wurden schon zum kleinen Abenteuer. (Licht-)Hupe und ständiges Fahrstreifen wechseln, wobei man mal rechts mal links überholt wird oder selber überholt und sich in die kleinsten Lücken quetscht, gehören hier anscheinend zum guten Ton.
Im Office von Walton Group angekommen war dann aber alles wieder gut. Ich wurde herzlich durch den Chef Matthias und seineca 40 Mitarbeiter/innen empfangen und rumgeführt. Ich glaube in dem Betrieb kann ich wirklich etwas lernen, alles was mir aus den langweiligen Theoriestunden von Rorink oder Hullegie im Gedächtnis geblieben ist, wurde angesprochen. Wieder durch den kleinen Fahrer kutschiert, hat mir Miaolan (ein Mädchen, das ungefähr genauso alt ist wie ich und seit Anfang des Jahres bei Walton arbeitet) meine Bleibe für die nächsten 6 Monate gezeigt. Schön geräumig mit 2 Schlafzimmern (da ich Mitte August noch eine deutsche Mitbewohnerin bekomme), einem Wohnzimmer, Abstellkammer, kleiner Küche, die dringendst geschrubbt werden muss, und Bad mit High Tech Dusche, die allerdings auch schon etwas verranzt ist. Das allerwichtigste jedoch, in jedem Zimmer gibt’s ne Klimaanlage Mein knurrender Magen hat´s wohl oder übel schon angekündigt, es wurd dann Zeit für meine erste Mahlzeit auf chinesischem Boden. Mit Hilfe von Bildern hab ich mir irgendwas ausgesucht, was anscheinend „Chicken“ war, allerdings samt Knochen und anderem undefinierbarem Gedöns in einem Pott. Das war jedoch noch human. Miaolan hat sofort nenSchwung an chinesischen Spezialitäten bestellt Tofusuppe, die nach Spüli geschmeckt und ne komische Konsistenz hatte, Reis, der gehört ja überall dazu, irgendwas was wie Wirsing geschmeckt hat mein Favorit, kleine Schnecken, die man auch bei uns im Garten findet (konnte man essen, muss man aber nicht) und zu guter Letzt auch noch Schweinefüße! :-O Ich hab wirklich alles son bisschen probiert, aber innerlich hab ich mich echt geekelt und versucht es nicht so zu zeigen. Natürlich wurde dann doch bemerkt wie ich hilflos und teilweise angewidert mit meinen Stäbchen in meinem Schälchen rumgestochert hab. Um mich an solche kulinarischen Köstlichkeiten zu gewöhnen brauch ich wohl noch meine Zeit. Anschließend haben wir erstmalnen Supermarkt aufgesucht, in dem ich angeguckt wurde wie vom andern Stern, obwohl ich meine Haare extra nochmal dunkler gefärbt hab ;). Aber es nützte ja alles nichts, ich brauchte ja ein paar Lebensmittel und vor allem WASSER! Der ganze Spass wurde dann durch die brütende Hitze ins Appartement geschleppt.
Nach ner erfrischenden Dusche und frischen Klamotten gings dann mit dem Taxi wieder ins Office, da Matthias mit mir und einigen anderen Mitarbeiterinnen in sein eigenes italienisches Restaurant essen gehen wollte. Witziger Weise war heute auch eine andere Deutsche im Betrieb, die in Mönchengladbach studiert hat und aus Gütersloh kommt. Wie klein die Welt manchmal ist. Sie ist schon fertig mit ihrem Master und reist jetzt 3 Monate für jeweils einen Monat durch China, Indien und Bangladesch um einerseits Urlaub zu machen aber andererseits auch um sich Produktionen von Textilien anschauen zu können und Eindrücke davon zu bekommen. Ziemlich cool und vor allem echt mutig! Das Essen war wirklich lecker, vor allem nach meinem Mittagsmenü, und alle gehen locker und offen miteinander um. Nach Vor-, Haupt-, Nachspeise + Absackerwurds dann aber auch wirklich Zeit nach Hause zu fahren. Immerhin hab ich seit ner Ewigkeit nicht gescheit gepennt und etwas Probleme mitm Kreislauf, dank Luftfeuchtigkeit und Hitze. Also: nächstes Abenteuer alleine Taxi fahren. Gott sei Dank hat Miaolannen Taxi angehalten und ihm anhand von Kärtchen, wo meine Adresse in chinesischen Zeichen drauftsteht, erklärt wo ich hinmuss. Allerdings hab ich (dank Orientierung und so) nicht genau aufgepasst oder geträumt und der Taxifahrer ist zu weit gefahren. Ich natürlich schon Panik weil mir das alles garnicht bekannt vorkam, fix nochmal Miaolan angerufen, und beim Wenden wurde schon klar, dass mein Ausstieg nur 50 Meter hinter uns lag. Egal Karl, Appartement hab ich wiedergefunden, obwohl hier alles ziemlich gleich aussieht und jetzt geht’s ins wohlverdiente Bett, deren Matratze diese Bezeichnung beim besten Willen nicht verdient hat und einfach knüppelhart ist.
Ich bin gespannt wie morgen alles läuft, da ich alleine zum Office kommen muss und mir somit auch alleine nen Taxi angeln und ohne chinesisch beschreiben wo ich hinmuss :D
Da wünsch ich mir mal selber Glück und gute Nacht!
Der Abschied fiel ganz schön schwer, bye bye Bad Wünnenberg und alles was dazu gehört und Ni Hao fremde Welt.
Am Flughafen angekommen lief zum Glück alles reibungslos ab. Kein Mensch hat sich über mein (Über-?) Gepäck beschwert und ich wurde sogar gefragt ob ich nicht noch ein Gepäckstück dabei hätte. Ich glaub da ist was schief gelaufen beim Nachlesen wieviel ich genau mitnehmen durfte.
Irgendwann saß ich dann da, inmitten von Asiaten und mir wurde klar, dass ich mich daran wohl ganz schnell gewöhnen muss. Die leichte Panik vorm Abheben wurde erfolgreich durch das ein oder andere Mittelchen verdrängt und die Reise konnte losgehen. 11 lange Stunden saß ich im Flieger, zwischendurch mal ordentlich durchgeschüttelt aufgrund von Turbulenzen und hinter mir ein kleiner Engländer, ders witzig fand am Stuhl des Vordermanns (MEINER!) zu rütteln und zu treten. Dank einiger Filme und kleinen Schläfchen zwischendurch ging die Zeit dann doch recht fix um. Endlich in Shanghai angekommen! Wer mich gut kennt, weiß, dass ich einfach keine Orientierung habe, also immer ment hinter den bekannten Gesichtern aus dem Flugzeug her und ab zur Passkontrolle. Natürlich war alles von bester Ordnung mit dem Visum (danke nochmal an Jan) und ich konnte mein „Köfferchen“ wieder in Empfang nehmen.
Am Ausgang hat auch schon ein Schild mit meinem Namen, samt einem dünnen Chinesen auf mich gewartet. Schnell musste ich feststellen, dass er kein Englisch kann und ich natürlich auch kein Chinesisch (obwohl ich mir fest vorgenommen hatte ein paar Brocken zu lernen… da war die Faulheit mal wieder im Weg). Als ich aus dem Airport rauskam hat mich fast der Schlag getroffen, es war 8 Uhr morgens und schon über 30 Grad mit ner Luft zum Schneiden! 3 Std Autofahrt, mit kleinen Raucherpausen oder Nickerchen des Fahrers (er musste ja extra früh aufstehen um mich abzuholen, Erklärung natürlich durch Zeichensprache) wurden schon zum kleinen Abenteuer. (Licht-)Hupe und ständiges Fahrstreifen wechseln, wobei man mal rechts mal links überholt wird oder selber überholt und sich in die kleinsten Lücken quetscht, gehören hier anscheinend zum guten Ton.
Im Office von Walton Group angekommen war dann aber alles wieder gut. Ich wurde herzlich durch den Chef Matthias und seineca 40 Mitarbeiter/innen empfangen und rumgeführt. Ich glaube in dem Betrieb kann ich wirklich etwas lernen, alles was mir aus den langweiligen Theoriestunden von Rorink oder Hullegie im Gedächtnis geblieben ist, wurde angesprochen. Wieder durch den kleinen Fahrer kutschiert, hat mir Miaolan (ein Mädchen, das ungefähr genauso alt ist wie ich und seit Anfang des Jahres bei Walton arbeitet) meine Bleibe für die nächsten 6 Monate gezeigt. Schön geräumig mit 2 Schlafzimmern (da ich Mitte August noch eine deutsche Mitbewohnerin bekomme), einem Wohnzimmer, Abstellkammer, kleiner Küche, die dringendst geschrubbt werden muss, und Bad mit High Tech Dusche, die allerdings auch schon etwas verranzt ist. Das allerwichtigste jedoch, in jedem Zimmer gibt’s ne Klimaanlage Mein knurrender Magen hat´s wohl oder übel schon angekündigt, es wurd dann Zeit für meine erste Mahlzeit auf chinesischem Boden. Mit Hilfe von Bildern hab ich mir irgendwas ausgesucht, was anscheinend „Chicken“ war, allerdings samt Knochen und anderem undefinierbarem Gedöns in einem Pott. Das war jedoch noch human. Miaolan hat sofort nenSchwung an chinesischen Spezialitäten bestellt Tofusuppe, die nach Spüli geschmeckt und ne komische Konsistenz hatte, Reis, der gehört ja überall dazu, irgendwas was wie Wirsing geschmeckt hat mein Favorit, kleine Schnecken, die man auch bei uns im Garten findet (konnte man essen, muss man aber nicht) und zu guter Letzt auch noch Schweinefüße! :-O Ich hab wirklich alles son bisschen probiert, aber innerlich hab ich mich echt geekelt und versucht es nicht so zu zeigen. Natürlich wurde dann doch bemerkt wie ich hilflos und teilweise angewidert mit meinen Stäbchen in meinem Schälchen rumgestochert hab. Um mich an solche kulinarischen Köstlichkeiten zu gewöhnen brauch ich wohl noch meine Zeit. Anschließend haben wir erstmalnen Supermarkt aufgesucht, in dem ich angeguckt wurde wie vom andern Stern, obwohl ich meine Haare extra nochmal dunkler gefärbt hab ;). Aber es nützte ja alles nichts, ich brauchte ja ein paar Lebensmittel und vor allem WASSER! Der ganze Spass wurde dann durch die brütende Hitze ins Appartement geschleppt.
Nach ner erfrischenden Dusche und frischen Klamotten gings dann mit dem Taxi wieder ins Office, da Matthias mit mir und einigen anderen Mitarbeiterinnen in sein eigenes italienisches Restaurant essen gehen wollte. Witziger Weise war heute auch eine andere Deutsche im Betrieb, die in Mönchengladbach studiert hat und aus Gütersloh kommt. Wie klein die Welt manchmal ist. Sie ist schon fertig mit ihrem Master und reist jetzt 3 Monate für jeweils einen Monat durch China, Indien und Bangladesch um einerseits Urlaub zu machen aber andererseits auch um sich Produktionen von Textilien anschauen zu können und Eindrücke davon zu bekommen. Ziemlich cool und vor allem echt mutig! Das Essen war wirklich lecker, vor allem nach meinem Mittagsmenü, und alle gehen locker und offen miteinander um. Nach Vor-, Haupt-, Nachspeise + Absackerwurds dann aber auch wirklich Zeit nach Hause zu fahren. Immerhin hab ich seit ner Ewigkeit nicht gescheit gepennt und etwas Probleme mitm Kreislauf, dank Luftfeuchtigkeit und Hitze. Also: nächstes Abenteuer alleine Taxi fahren. Gott sei Dank hat Miaolannen Taxi angehalten und ihm anhand von Kärtchen, wo meine Adresse in chinesischen Zeichen drauftsteht, erklärt wo ich hinmuss. Allerdings hab ich (dank Orientierung und so) nicht genau aufgepasst oder geträumt und der Taxifahrer ist zu weit gefahren. Ich natürlich schon Panik weil mir das alles garnicht bekannt vorkam, fix nochmal Miaolan angerufen, und beim Wenden wurde schon klar, dass mein Ausstieg nur 50 Meter hinter uns lag. Egal Karl, Appartement hab ich wiedergefunden, obwohl hier alles ziemlich gleich aussieht und jetzt geht’s ins wohlverdiente Bett, deren Matratze diese Bezeichnung beim besten Willen nicht verdient hat und einfach knüppelhart ist.
Ich bin gespannt wie morgen alles läuft, da ich alleine zum Office kommen muss und mir somit auch alleine nen Taxi angeln und ohne chinesisch beschreiben wo ich hinmuss :D
Da wünsch ich mir mal selber Glück und gute Nacht!
chinabina - 2. Aug, 09:06
